Voll funktionstüchtig, mit regulierbarem Pegelstand und in attraktiver Optik – der Backsteich in Witterda

Es war das größte und umfassendste Sanierungsvorhaben in Witterda im abgelaufenen Kalenderjahr. Zudem erwies sich das Projekt im wahrsten Sinne des Wortes als “Fass ohne Boden“. Jetzt ist der Backsteich ein echtes Schmuckstück und vor allem ein funktionstüchtiger Löschteich.

1.600 Tonnen Schlamm wurden aus dem Backsteich geholt und 80 Tonnen Bauschutt. Der desolate Zustand und das Ausmaß der Schäden traten im Zuge der Bauarbeiten in vollem Umfang zu Tage. Die Dringlichkeit der Sanierung hingegen stand seit vielen Jahren außer Frage, denn der Teich hat eine essentielle Funktion für Witterda – er stellt das benötigte Löschwasser für Brandfälle zur Verfügung.

Der Backsteich weist einige Besonderheiten auf. Der in den 1930er Jahren angelegte Löschteich wirkt wie ein artesischer Brunnen. Das von den umliegenden Hängen fließende Wasser steigt in der Teichmitte empor und bildet dessen wichtigste Wassereinspeisung. Mithin gibt es keine geschlossene Teichsohle. Zwei weitere Quellen liefern zusätzlich Wasser. Zudem diffundiert Wasser durch die Teichmauern.

Um diese besondere Form der Wassereinspeisung zu erhalten, wurde in die Teichsohle ein Schotterbett eingebaut, dass wasserdurchlässig einerseits und begehbar andererseits ist, ausgespart wurde – dem artesischen Prinzip Rechnung tragend – die Mitte. Die Wände haben Öffnungen, versehen mit Gittern, die Wasser durchlassen, Gestein und Verschmutzung aber vom Teich fern halten, praktisch wie ein Filter wirken. Nur dort, wo den Teichmauern eine Staufunktion zukommt – an der Nordseite, wo die Weiden gefällt wurden – sind die Wände und Fugen dicht.

Die alten Teichmauern waren nicht auf Fundamente, sondern auf Holzpfähle gegründet. Diese sind im Laufe der Zeit verrottet. Ein jetzt vorgelagertes, stahlbewehrtes Fundament und vor die alten Mauern gesetzten neuen Wände umschließen den Teich.

Für die neu geschaffene Entnahmestelle des Löschwassers wurde ein Betonfertigteilelement eingebaut, ein Saugrohr für die Feuerwehr so positioniert, dass die Wasserentnahme jederzeit gesichert ist. Vor der Sanierung musste die Feuerwehr eine Pumpe in den Teich ablassen, um Wasser ansaugen zu können.

53.700 Euro Fördermittel erhielt Witterda aus dem Programm Dorfsanierung für das 149.000 Euro umfassende Projekt. Um die Fördermittel für den Ort abrufen zu können, ging das Planungsbüro von Dr. Uwe Wilke rund eineinhalb Jahre in Vorleistung. Diese und die Initiative der Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr, die in unzähligen Stunden vorbereitende Maßnahmen durchführten, zudem die Aktivitäten der Anwohner und der Gemeindearbeiter machten die Sanierung des Teiches überhaupt erst möglich.

Jetzt verfügt der Ort über einen voll funktionstüchtigen, pegelbaren Löschteich und zudem über einen attraktiven Blickfang im Dorf. Im Frühjahr wird es eine offizielle Einweihung geben, zu dem alle Witterdaer und Interessierte eingeladen werden.

Quelle: Elch-Report   Autor: B. Köhler  Fotos: S. Forberg, Planungsbüro Dr. Uwe Wilke

vor Sanierungsbeginn

 

Teichmauer und Fußweg waren nach einem Unwetter unterspült und sind teilweise weggebrochen.

 

Fundsachen im Teich: Unrat und Pflastersteine

 

Einer der Bagger versank, weil sich unterhalb der alten Teichsohle eine Wasserblase gebildet hatte. Er musste von einem größeren Bagger geborgen werden. Erst nach Aufschüttung einer tragfähigen Schicht konnten die Arbeiten fortgesetzt werden.

 

Vor die alte Teichmauer wurden auf tragfähigen Fundamenten Betonfertigteile positioniert, mit Beton ausgegossen und Filterkies hinterfüllt.

 

Das Bauwerk zur Löschwasserentnahme

 

Neue, attraktive Geländer umranden den Teich, bossierte Betonsteine sorgen auch jetzt für eine Mauerwerksoptik.

 

Impressionen

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